Ich darf mich bei Ihnen hiermit als unmittelbarer Nachfolger des
legendären runden Bullys der 70er Jahre (T2) vorstellen. Ich bin ein eckiger T3, wie er unmittelbar 1979 als Ablösung
des T2 gebaut wurde.
Ich habe noch auf dem Werksgelände in Hannover zusammen mit meinen Vorgängern auf unsere neuen Besitzer gewartet.
Mir war das Glück beschert, dass ich ein besser ausgestatteter L-Bus und kein einfacher Transporter geworden bin. Meine
ersten vier Besitzer scheinen im Großen und Ganzen den alten guten Bus, den sie sich ja mit mir geholt hatten, auch
entsprechend behandelt zu haben.
Der 5. Besitzer wurde allerdings die Kirchengemeinde Watenstedt, wo ich auf meine schon älter gwordenen Tage etwas
härter rangenommen wurde. Ein kleiner Heckschaden und eine verbeuelte Schiebetür waren so kleine Begleiterscheinungen.
Doch einen schönen Bully entstellt ja so schnell nichts. Ich habe nicht nur Seniorengruppen und Konfirmanden gefahren,
sondern ich brachte auch Jugendgruppen auf weiten Urlaubsreisen mit Sack und Pack inklusive Anhänger sicher ans Ziel.
Meinem letzte Besitzer verdanke ich, dass Sie mich heute hier kennenlernen. Er kaufte mich der Kirchengemeinde im Februar 1998
ab, weil die Werkstatt der Kirche einen enorm teuren Reparaturplan vorgelegt hatte. Mein neuer Chef fettete lediglich meine
Antriebswellen, tauschte einen Kraftstoffschlauch und ließ meine beiden Vergaser syncronisieren.
Danach durfte ich mit ihm und seiner damalig noch Verlobten durch den Euro-Tunnel über London nach Irland auf große
Reise gehen. Hierfür wurde mir vorübergehend eine Campingeinrichtung eingebaut. Ohne Probleme wieder zu Hause angelangt,
fuhr ich im Alltagsgewimmel der deutschen Straßen umher und musste auch einige schlammige Feldwege meistern. Über
Winter wurde ich in die Scheune gestellt, damit mir Feind-Rost nichts anhaben konnte. Seitdem hat mich leider einer meiner
Brüder abgelöst, ein schäbiger Transporter. Angeblich war ich meinem Chef mittlerweile zu Schade für den
Alltagsbetrieb, so dass er überlegte, wo er mit mir bleiben soll. Zwischenzeitlich musste ich dann aber noch einem seiner
Freunde helfen, da dieser zur Überbrückung ein zuverlässiges Fahrzeug brauchte. Dieser Freund steht daher auch als
Letzter im Fahrzeugbrief.
Im Sommer 1999 war es dann soweit, meine Besitzer (Günter Beneke und Frau aus Kleindahlum) hatten sich durchgerungen, mich
in den Ruhestand zu entlassen und stifteten mich dem VW Bus Museum in Salzgitter. Hier stehe ich nun wieder zusammen mit meinen
Ahnen und Brüdern, wie einst in Hannover. Nur mit dem Unterschied, dass wir nicht auf unsere neuen Besitzer warten, sondern
auf nette VW Bus Interessierte...
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